Finanzen

BRICS und Auswandern: Was die neue Wirtschaftsordnung für dich als Auswanderer bedeutet

BRICS Erweiterung 2025/2026 und Auswandern: Wie die neue Wirtschaftsordnung deine Standortwahl, Finanzen und Chancen als Auswanderer beeinflusst. Fakten statt Hype.


Intro

Du planst deine Auswanderung, vergleichst Steuersätze und Lebenshaltungskosten — und dann liest du Schlagzeilen über BRICS, De-Dollarisierung und eine neue Weltordnung. Klingt dramatisch. Aber was bedeutet das konkret für dich als Mensch, der sein Leben in einem anderen Land aufbauen will?

Die BRICS-Staaten repräsentieren 2026 über 48 % der Weltbevölkerung und erwirtschaften rund 39 % der globalen Wirtschaftsleistung. Mit der Erweiterung um neue Mitglieder wie Indonesien, Ägypten und die VAE hat sich der Block von einer losen Diskussionsrunde zu einem Gravitationszentrum der globalen Wirtschaft entwickelt. Für Auswanderer heißt das: Die Spielregeln verschieben sich — und wer das versteht, trifft bessere Standortentscheidungen.

Dieser Artikel sortiert den BRICS-Hype für dich ein. Keine Verschwörungstheorien, keine übertriebenen Prognosen — sondern konkrete Fakten darüber, wie sich die Erweiterung des Bündnisses auf deine Standortwahl, deine Finanzen und deine unternehmerischen Chancen auswirkt.

YMYL-Hinweis: Dieser Artikel behandelt wirtschaftliche und finanzielle Themen. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung durch qualifizierte Finanz- oder Rechtsberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Juli 2026.


BRICS 2026: Wer gehört dazu und warum das für dich relevant ist

Bevor wir über Auswirkungen reden, brauchen wir Klarheit darüber, was BRICS überhaupt ist — und was nicht.

Die 10 Vollmitglieder (Stand Juli 2026)

Land Beitritt BIP-Ranking (PPP) Relevanz für Auswanderer
Brasilien Gründung 2009 Top 10 Digital-Nomad-Visa, niedrige Einstiegshürde
Russland Gründung 2009 Top 10 Stark eingeschränkt durch Sanktionen
Indien Gründung 2009 Top 3 Riesiger Wachstumsmarkt, komplexe Bürokratie
China Gründung 2009 Nr. 1 (PPP) Grosser Markt, strenge Kapitalkontrollen
Südafrika 2010 Mittelfeld Unternehmerchancen, Sicherheitslage schwierig
Ägypten 2024 Aufsteigend Strategische Lage, Währungsvolatilität
Äthiopien 2024 Aufsteigend Frühphase, hohes Risiko/Ertragspotenzial
Iran 2024 Mittelfeld Sanktionen, extrem eingeschränkt
VAE 2024 Hoch Top-Destination für Auswanderer und Unternehmer
Indonesien 2025 Top 15 Bali-Effekt, Digital-Nomad-Visa, wachsend

Dazu kommen seit 2024/2025 zehn Partnerländer, darunter Malaysia, Thailand, Vietnam, Nigeria und Kasachstan — allesamt Länder, die bei Auswanderern zunehmend auf dem Radar sind.

Was BRICS nicht ist

Ein häufiges Missverständnis: BRICS ist keine internationale Organisation mit verbindlichen Beschlüssen. Es gibt kein formelles Statut und kein permanentes Sekretariat. Die rotierende Präsidentschaft (2026: Indien) erschwert eine kohärente Langzeitstrategie. BRICS ist ein Forum für wirtschaftliche Zusammenarbeit — nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Für dich als Auswanderer bedeutet das: Die BRICS-Mitgliedschaft eines Landes allein ist kein Qualitätssiegel. Sie ist ein Signal für die Richtung, in die sich ein Land wirtschaftspolitisch orientiert.


De-Dollarisierung: Was das für dein Geld im Ausland bedeutet

Die größte Schlagzeile rund um BRICS ist die sogenannte De-Dollarisierung — der schrittweise Abbau der Dollar-Dominanz im internationalen Handel. Was steckt dahinter?

Der Status quo

Der US-Dollar bleibt 2026 die dominante Weltreservewährung. Rund 58 % der globalen Devisenreserven werden in Dollar gehalten, und über 80 % des grenzüberschreitenden Handels zwischen BRICS-Staaten selbst laufen noch immer in Dollar. Die De-Dollarisierung ist also eher Marathon als Sprint.

Was sich tatsächlich bewegt

Die BRICS-Staaten arbeiten an mehreren Fronten gleichzeitig:

  • Handel in Landeswährungen: China und Russland wickeln bereits den Großteil ihres bilateralen Handels in Yuan und Rubel ab. Indien fördert die Rupie im Aussenhandel mit Nachbarländern.
  • BRICS Bridge: Ein Pilotprojekt für ein alternatives Zahlungssystem, das 2025/2026 mit dem Ziel gestartet wurde, 20-30 % des BRICS-Intra-Handels in lokalen Währungen abzuwickeln.
  • Die BRICS Unit: Ein digitales Handelsinstrument, das zu 40 % durch physisches Gold und zu 60 % durch einen Korb aus den Nationalwährungen der fünf Gründungsmitglieder gedeckt ist — der erste funktionierende Prototyp einer goldgedeckten Handelswährung.
  • Goldkäufe: BRICS-Zentralbanken gehören seit 2022 zu den größten Goldkäufern weltweit. Je mehr sie auf Gold statt auf US-Staatsanleihen setzen, desto stärker verschiebt sich die Reservestruktur.

Warum eine gemeinsame BRICS-Währung unwahrscheinlich bleibt

Trotz aller Spekulationen: Eine gemeinsame Währung ist mittelfristig vom Tisch. Die Gründe sind strukturell:

  • Indien blockiert: Als BRICS-Präsident 2026 betont Indien, dass eine Gemeinschaftswährung nicht auf der Agenda steht.
  • China ist ambivalent: Peking profitiert vom Dollar-System, da sein exportgetriebenes Wachstum auf US-Nachfrage baut. Ein abrupter Bruch wäre wirtschaftlicher Selbstschaden.
  • Putin selbst bremst: "Es besteht kein Grund zur Eile", sagte der russische Präsident und verwies auf die Lehren aus der Eurozone.

Konkrete Auswirkung auf dich als Auswanderer

Was heißt das praktisch? Der Dollar wird nicht über Nacht verschwinden. Aber die Welt wird multipolarer. Für dich bedeutet das:

  1. Währungsdiversifikation wird wichtiger. Alles in Euro oder Dollar zu halten, ist eine Wette auf eine einzige Währung. Multi-Currency-Konten bei Anbietern wie Wise oder Revolut sind keine Spielerei — sie sind Risikomanagement.
  2. Lokale Währungen gewinnen an Bedeutung. Wer in ein BRICS-Land auswandert, sollte sich früh mit der Landeswährung vertraut machen — nicht nur für den Alltag, sondern als strategische Komponente der eigenen Finanzarchitektur.
  3. Gold als Vermögensschutz. Der BRICS-getriebene Trend zu Goldreserven hat den Goldpreis seit 2022 auf Rekordhöhen getrieben. Für Auswanderer kann physisches Gold oder ein Gold-ETF ein sinnvoller Baustein sein.

Standortwahl: Welche BRICS-Länder für Auswanderer interessant sind

Nicht alle BRICS-Länder sind gleich relevant für deutschsprachige Auswanderer. Hier eine ehrliche Einordnung der wichtigsten Kandidaten.

Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

Die VAE sind das BRICS-Mitglied mit der höchsten Relevanz für deutschsprachige Auswanderer — und das hat gute Gründe:

  • Steuern: 0 % Einkommensteuer, 9 % Körperschaftsteuer auf Gewinne über 375.000 AED (ca. 94.000 EUR). Freezone-Unternehmen können unter bestimmten Bedingungen weiterhin 0 % zahlen.
  • Visa: Investor Visa ab 500.000 AED (ca. 125.000 EUR) Investition. Seit Juni 2025 gibt es eine neue Visumkategorie für qualifizierte Fachleute, die legal einreisen und Arbeit suchen können.
  • Infrastruktur: Weltklasse-Banking, schnelles Internet, internationale Flughäfen, englischsprachig.
  • BRICS-Vorteil: Die VAE positionieren sich als Brücke zwischen Ost und West. Als BRICS-Mitglied und gleichzeitig enger US-Partner bieten sie Zugang zu beiden Wirtschaftsräumen.

Nachteil: Hohe Lebenshaltungskosten in Dubai und Abu Dhabi, kulturelle Anpassung erforderlich, kein Weg zur Staatsbürgerschaft.

Brasilien

Brasilien überrascht viele Auswanderer mit seiner Offenheit:

  • Niedrige Einstiegshürde: Digital-Nomad-Visa ab 1.500 USD Monatseinkommen oder 18.000 USD Ersparnisse. Permanente Aufenthaltserlaubnis nach vier Jahren, Staatsbürgerschaft ebenfalls nach vier Jahren möglich.
  • Steuerreform: Ab 2026 wird schrittweise ein vereinfachtes Steuersystem eingeführt (CBS und IBS ersetzen fünf bisherige Steuern).
  • Bankkonto für Nicht-Residenten: Seit Januar 2025 können Ausländer ohne brasilianischen Wohnsitz über die "Conta de Nao Residente" (CNR) ein Konto in Reais eröffnen.
  • Geo-Arbitrage: Lebenshaltungskosten deutlich unter europäischem Niveau, besonders außerhalb der Metropolen.

Nachteil: Bürokratie, Sicherheitslage in manchen Regionen, komplexes Steuersystem (trotz Reform).

Indonesien

Das jüngste BRICS-Vollmitglied (seit Januar 2025) ist längst kein Geheimtipp mehr:

  • Digital-Nomad-Visa: Bali hat sich als Hotspot für Remote-Worker etabliert. Verschiedene Visa-Optionen für Freelancer und Unternehmer.
  • Wachstumsmarkt: Südostasiens größte Volkswirtschaft mit einer jungen, digitalen Bevölkerung.
  • Geo-Arbitrage-Potenzial: Extrem niedrige Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig wachsender Infrastruktur.
  • BRICS-Vorteil: Als erstes südostasiatisches BRICS-Mitglied positioniert sich Indonesien als Tor zu den ASEAN-Märkten.

Nachteil: Visaregularien ändern sich häufig, Eigentumsrecht für Ausländer eingeschränkt, Infrastruktur außerhalb von Java und Bali lückenhaft.

Südafrika

Südafrika bietet Chancen in bestimmten Branchen, hat aber auch ernsthafte Herausforderungen:

  • Branchen: Tourismus, IT, erneuerbare Energien und Weinbau bieten Möglichkeiten für Fachkräfte.
  • Lebenshaltungskosten: Sehr niedrig im Vergleich zu Europa.
  • ETA-System: Seit 2025 elektronisches Reisegenehmigungssystem; visumfreie Einreise für touristische Aufenthalte bis 90 Tage.

Nachteil: Hohe Kriminalität, Energiekrise (Lastshedding), niedrige Löhne, schwierige Visabeschaffung für langfristigen Aufenthalt.

Indien

Indien ist unter dem BRICS-Vorsitz 2026 ambitioniert — als Auswanderungsziel für Europäer aber Nische:

  • Riesiger Markt: 1,4 Milliarden Menschen, boomende Tech-Szene, wachsende Mittelschicht.
  • Kosten: Extrem günstig — Lebenshaltungskosten in vielen Städten ein Bruchteil europäischer Verhältnisse.

Nachteil: Komplexe Bürokratie, schwieriger Immobilienerwerb, kulturelle Hürde, eingeschränkte Visa-Optionen für Nicht-Investoren.


Wirtschaftliche Chancen: Wo BRICS-Wachstum auf Auswanderer trifft

Neben der Standortwahl zum Leben bietet der BRICS-Block konkrete unternehmerische Chancen.

Wachstumsmärkte im Überblick

Land BIP-Wachstum (Prognose 2026) Chancen-Sektoren
Indien ~6,5 % IT, E-Commerce, Fintech, erneuerbare Energien
Indonesien ~5 % Tourismus, Digital Economy, Rohstoffe
VAE ~4 % Fintech, Logistik, KI, Tourismus
Brasilien ~2,5 % Agrar, Cleantech, Fintech, Tourismus
China ~5 % Tech, E-Commerce (Marktzugang aber schwierig)

Geo-Arbitrage in BRICS-Ländern

Das Prinzip ist einfach: Du verdienst in Euro oder Dollar und lebst in einem Land mit deutlich niedrigeren Kosten. In BRICS-Ländern funktioniert das besonders gut:

  • Brasilien: Ein komfortabler Lebensstil ist je nach Region ab 1.500-2.500 EUR/Monat möglich.
  • Indonesien (Bali): 1.200-2.000 EUR/Monat für einen gehobenen Lebensstandard.
  • Indien: Ab 800-1.500 EUR/Monat in den meisten Städten.
  • Südafrika: 1.000-2.000 EUR/Monat für guten Lebensstandard.

Aber Vorsicht: Geo-Arbitrage funktioniert nur, wenn du dein Einkommen in einer starken Währung sicherst. Die De-Dollarisierung könnte langfristig auch Währungsverhältnisse verschieben — ein Grund mehr für Diversifikation.

Die BRICS-Partnerländer als versteckte Perlen

Einige der zehn BRICS-Partnerländer verdienen besondere Aufmerksamkeit:

  • Thailand: Etablierte Auswanderer-Infrastruktur, Digital-Nomad-Visa, exzellente Gesundheitsversorgung.
  • Malaysia: MM2H-Programm (wenn auch reformiert), niedrige Lebenshaltungskosten, englischsprachig.
  • Vietnam: Boomende Wirtschaft, junge Bevölkerung, wachsende Startup-Szene.
  • Kasachstan: Überraschend digitalisiert, niedrige Steuern, wachsende Fintech-Szene (Astana International Financial Centre).

Diese Länder profitieren von der BRICS-Nähe, ohne die Risiken der Vollmitglieder zu tragen. Für Auswanderer können sie die bessere Wahl sein.


Risiken: Was BRICS-Länder als Wohnort schwierig machen kann

Ein ausgewogener Blick erfordert auch die Schattenseiten. BRICS-Mitgliedschaft bedeutet nicht automatisch Stabilität oder Rechtsstaatlichkeit.

Politische Risiken

  • Autoritäre Tendenzen: Mehrere BRICS-Mitglieder (China, Russland, Iran) haben eingeschränkte Presse- und Meinungsfreiheit. Als Auswanderer bist du den lokalen Gesetzen unterworfen.
  • Sanktionsrisiken: Wer in sanktionierten Ländern lebt oder Geschäfte macht, riskiert Probleme mit europäischen Banken, Steuersystemen und Geschäftspartnern.
  • Kapitalkontrollen: China hat strenge Kapitalverkehrskontrollen. Geld nach China zu bringen ist einfach — es wieder herauszubekommen, nicht.

Wirtschaftliche Risiken

  • Währungsvolatilität: Lokale Währungen wie der ägyptische Pfund, der brasilianische Real oder die indische Rupie können stark schwanken. Das ägyptische Pfund verlor allein zwischen 2022 und 2024 über 50 % seines Wertes.
  • Inflation: Mehrere BRICS-Länder kämpfen mit zweistelligen Inflationsraten. Was heute günstig ist, kann morgen teuer sein.
  • Abhängigkeit von Rohstoffen: Länder wie Brasilien, Russland und Südafrika sind stark rohstoffabhängig. Fällt der Rohstoffpreis, leidet die gesamte Wirtschaft.

Infrastrukturelle Risiken

  • Energieversorgung: Südafrikas Lastshedding (geplante Stromsperren) beeinträchtigt den Alltag massiv.
  • Internet: In vielen BRICS-Ländern außerhalb der Hauptstädte ist schnelles Internet keine Selbstverständlichkeit — ein Problem für Remote-Worker.
  • Gesundheitsversorgung: Qualität und Zugang variieren extrem zwischen den BRICS-Ländern.

Ehrlicher Realitätscheck: BRICS zwischen Hype und Substanz

Lass uns die Kirche im Dorf lassen. Hier ist, was BRICS für dich als Auswanderer tatsächlich bedeutet — und was nicht.

Was BRICS wirklich verändert

  • Multipolare Finanzwelt: Die Welt bewegt sich weg von einer Dollar-zentrierten Ordnung hin zu mehreren Währungszonen. Das ist ein langfristiger Megatrend, kein kurzfristiges Ereignis.
  • Mehr Optionen: Länder wie die VAE, Indonesien und Brasilien investieren aktiv in Infrastruktur, Digitalisierung und Visa-Programme — auch weil sie als BRICS-Mitglieder ihre Attraktivität steigern wollen.
  • Handelsrouten verschieben sich: Neue Handelskorridore zwischen BRICS-Ländern entstehen. Wer als Unternehmer in diesen Korridoren positioniert ist, kann profitieren.

Was BRICS nicht verändert

  • Deine individuelle Standortwahl: Ob ein Land für dich passt, hängt von Klima, Sprache, Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Visa-Optionen und persönlichen Vorlieben ab — nicht von der BRICS-Mitgliedschaft.
  • Den Dollar: Der USD bleibt mindestens für die nächsten 10-15 Jahre die dominante Handels- und Reservewährung. De-Dollarisierung ist ein gradueller Prozess.
  • Rechtsstaatlichkeit: BRICS-Mitgliedschaft sagt nichts über Eigentumsrechte, Vertragstreue oder Rechtssicherheit aus. Hier musst du jedes Land individuell prüfen.

Drei Regeln für deine Entscheidung

  1. Trenne BRICS vom Land. Die BRICS-Mitgliedschaft ist ein makroökonomischer Faktor, kein Lebensstil-Indikator. Prüfe jedes Land einzeln.
  2. Diversifiziere deine Finanzen. Eine multipolare Welt erfordert ein multipolares Vermögen. Halte Geld in mehreren Währungen und Jurisdiktionen.
  3. Bleib flexibel. Der BRICS-Block ist dynamisch — was heute gilt, kann sich beim nächsten Gipfel ändern. Bau dein Auslandsleben nicht auf geopolitischen Prognosen auf, sondern auf soliden Fundamenten.

Was du jetzt konkret tun kannst

Du musst kein Geopolitik-Experte werden, um von den BRICS-Entwicklungen zu profitieren. Hier sind fünf praktische Schritte:

  1. Multi-Currency-Konto eröffnen: Wise oder Revolut ermöglichen dir, Geld in über 40 Währungen zu halten — inklusive der Währungen vieler BRICS-Länder. Das ist dein erster Schritt zur Währungsdiversifikation.
  2. Zielland gründlich recherchieren: Nutze die BRICS-Mitgliedschaft als Ausgangspunkt, aber entscheide anhand von Visa-Optionen, Steuerrecht, Infrastruktur und Lebensqualität.
  3. Probeauswandern: Verbringe 2-3 Monate in deinem BRICS-Zielland, bevor du Verträge unterschreibst. Die Lebensrealität unterscheidet sich oft erheblich von der Recherche.
  4. Netzwerk aufbauen: Viele BRICS-Länder haben aktive deutschsprachige Communities. Facebook-Gruppen, lokale Stammtische und Coworking-Spaces sind Gold wert.
  5. Steuerliche Wegzugsplanung: Besonders bei BRICS-Ländern mit Doppelbesteuerungsabkommen (VAE, Brasilien, Indien, Südafrika, Indonesien) lohnt sich die frühe Beratung durch einen Steuerberater mit internationaler Expertise.

FAQ: BRICS und Auswandern

Welche BRICS-Länder eignen sich am besten zum Auswandern für Deutschsprachige?

Die VAE (Dubai, Abu Dhabi) sind das BRICS-Land mit der besten Infrastruktur, den attraktivsten Steuerbedingungen und der größten deutschsprachigen Community. Brasilien und Indonesien bieten exzellente Geo-Arbitrage-Möglichkeiten bei niedrigen Einstiegshürden. Russland und Iran sind aufgrund von Sanktionen und politischen Risiken für die meisten Auswanderer keine Option.

Wird es eine gemeinsame BRICS-Währung geben?

Eine gemeinsame Währung ist mittelfristig (bis mindestens 2030) sehr unwahrscheinlich. Die BRICS-Staaten arbeiten stattdessen an einem Netzwerk aus bilateralen Währungsabkommen, Swap-Linien und alternativen Zahlungssystemen. Die "BRICS Unit" — ein zu 40 % goldgedecktes digitales Handelsinstrument — ist ein Prototyp, aber kein Ersatz für nationale Währungen.

Muss ich mir als Auswanderer Sorgen um die De-Dollarisierung machen?

Kurzfristig nicht. Der Dollar bleibt die dominante Weltwährung und wird es noch mindestens ein Jahrzehnt bleiben. Langfristig ist Währungsdiversifikation aber sinnvoll. Multi-Currency-Konten und Vermögen in verschiedenen Währungen und Anlageklassen (inklusive Gold) reduzieren dein Währungsrisiko.

Welche Visa-Programme bieten BRICS-Länder für Auswanderer und Unternehmer?

Die attraktivsten Programme: VAE bieten Investor-Visa ab ca. 125.000 EUR und seit 2025 neue Visa für Fachkräfte. Brasilien hat ein Digital-Nomad-Visa ab 1.500 USD Monatseinkommen. Indonesien bietet verschiedene Visa-Optionen für Remote-Worker. Südafrika hat ein ETA-System mit 90-Tage-Einreise ohne Visum. Indien ist für Nicht-Investoren am restriktivsten.

Beeinflusst die BRICS-Erweiterung meine Steuerpflicht als Auswanderer?

Die BRICS-Mitgliedschaft eines Landes hat keinen direkten Einfluss auf deine Steuerpflicht. Entscheidend sind weiterhin die bilateralen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und dem jeweiligen Land, dein steuerlicher Wohnsitz und die lokale Steuergesetzgebung. Länder wie die VAE oder Brasilien haben bestehende DBAs mit Deutschland — die BRICS-Zugehörigkeit ändert daran nichts.


Fazit: BRICS als Kompass, nicht als Landkarte

Die BRICS-Erweiterung ist kein Grund zur Panik und kein Startschuss für überstürztes Handeln. Aber sie ist ein Signal — ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Schwerkraft sich verschiebt. Die Landebahn in dein neues Leben führt vielleicht in ein BRICS-Land — aber nur, wenn die Fundamentaldaten stimmen.

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Quellenverzeichnis

  1. Perspektive Ausland: BRICS 2026: Aktuelle Mitglieder, neue Staaten & globale Bedeutung, abgerufen Juli 2026.
  2. Statistisches Bundesamt (Destatis): Internationale Statistik: BRICS, abgerufen Juli 2026.
  3. Perspektive Ausland: BRICS 2026: Neue Währung und Ende der Dollar-Dominanz?, abgerufen Juli 2026.
  4. Friedrich-Naumann-Stiftung: BRICS 2025 — Key Issues, abgerufen Juli 2026.
  5. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Wie kann die EU auf den Aufstieg der BRICS reagieren?, abgerufen Juli 2026.
  6. Die Volkswirtschaft (Schweiz): Die BRICS und der Wandel der globalen Machtverhältnisse, April 2025.
  7. auswandern-info.com: BRICS-Staaten: Was du als Auswanderer wissen solltest, abgerufen Juli 2026.
  8. Berliner Zeitung: BRICS — Ende von Dollar-Dominanz und Sanktionen?, abgerufen Juli 2026.

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