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Non-Dom-Status 2026: Wo er sich noch lohnt – und wo nicht mehr

Non-Dom-Status 2026 im Vergleich: Warum UK das Regime abgeschafft hat und wo es sich noch lohnt – Zypern, Malta, Irland, Italien, Griechenland auf einen Blick.

Der Non-Dom-Status trennt Wohnsitz (Residence) von steuerlichem Heimatland (Domicile): Wer irgendwo lebt, aber dort nicht „domiciled" ist, versteuert ausländische Einkünfte oft nur eingeschränkt oder gar nicht. 2026 hat sich die Landkarte verschoben – das prominenteste Regime ist weggefallen, andere bleiben attraktiv. Dieser Vergleich ordnet die Optionen.

In den nächsten Minuten weißt du, welches Non-Dom-Land 2026 noch wirklich trägt – von Zyperns 0 % auf Dividenden über die Pauschalsteuer in Italien und Griechenland bis zur Frage, warum ausgerechnet das bekannteste Regime seit 2025 keine Option mehr ist. Doch selbst das beste Regime auf dieser Liste läuft ins Leere, wenn ein Schritt in Deutschland fehlt – dazu am Ende der ehrliche Realitätscheck.

Rechtsstand: Juli 2026. Dieser Beitrag ist keine Steuer- oder Rechtsberatung im Sinne des § 4 StBerG.

Residence, Domicile, Remittance – die drei Begriffe

Bevor der Ländervergleich Sinn ergibt, müssen drei Begriffe auseinander:

  • Residence (Ansässigkeit): Wo bist du steuerlich zuhause? Das entscheidet das lokale Recht, meist über Aufenthaltstage und Wohnung.
  • Domicile (steuerliches Heimatland): Eine tiefere, langfristige Zugehörigkeit – oft über Geburt oder Herkunft der Eltern bestimmt, nicht über den Meldezettel. Sie lässt sich nicht kurzfristig wechseln.
  • Remittance Basis (Überweisungsprinzip): Auslandseinkünfte bleiben unversteuert, solange sie nicht ins Land überwiesen werden. Das Geld muss also draußen bleiben – ein Modell, das Disziplin und eine passende Kontostruktur verlangt.

Der Non-Dom-Vorteil entsteht genau aus der Lücke zwischen den ersten beiden Punkten: ansässig ja, „domiciled" nein.

Die große Änderung: UK hat abgeschafft

Großbritannien hat den klassischen Non-Dom-Status zum April 2025 abgeschafft und durch ein zeitlich begrenztes „Foreign Income and Gains"-Regime (4 Jahre) ersetzt. Das jahrzehntelange Aushängeschild des Non-Dom-Konzepts ist damit für Neuzuzügler faktisch Geschichte – ein wichtiger Punkt, den ältere Ratgeber oft noch falsch darstellen. Wer heute einen Blogbeitrag liest, der UK als Non-Dom-Ziel empfiehlt, liest einen Text von vor 2025.

Die Länder im Vergleich 2026

Land Modell Auslandseinkünfte Besonderheit
Zypern Non-Dom (17 Jahre) 0 % auf Dividenden/Zinsen 60-Tage-Regel, EU
Malta Remittance Basis steuerfrei, wenn nicht überwiesen Mindeststeuer möglich
Irland Remittance Basis steuerfrei, wenn nicht überwiesen EU, hohe Lebenshaltung
Italien Pauschalsteuer Flat ~200.000 €/Jahr für Hochvermögende
Griechenland Pauschalsteuer Flat 100.000 €/Jahr 15 Jahre, Mindestinvestition
UK abgeschafft (2025) nur noch 4-Jahres-FIG für Neuzuzügler unattraktiv

Quelle: Astons – Non-Dom EU Tax Programs 2026.

Zwei grundverschiedene Logiken

Die Tabelle mischt zwei Modelle, die man nicht gegeneinander rechnen kann, ohne die eigene Einkommensstruktur zu kennen:

Prozent-Modelle (Zypern) wirken relativ: Bei 0 % auf Dividenden steigt der Vorteil mit dem Einkommen, es gibt keine Einstiegshürde. Auch mittlere Erträge profitieren sofort.

Pauschal-Modelle (Italien, Griechenland) wirken absolut: Die Flat Tax ist unabhängig von der Höhe der Auslandseinkünfte fällig. Bei 100.000 € Pauschale und 300.000 € Auslandseinkommen zahlst du effektiv rund ein Drittel – bei 3 Mio. € Auslandseinkommen rund 3 %. Diese Modelle rechnen sich erst ab einer Größenordnung, unterhalb der sie schlicht teuer sind.

Remittance-Modelle (Malta, Irland) wirken nur, wenn du das Geld tatsächlich draußen lässt. Wer die Auslandserträge zum Leben braucht und ins Land überweist, verliert genau dadurch den Vorteil – und stolpert zusätzlich über die Frage, welche Überweisung als „remittance" gilt.

Für wen sich welches Modell eignet

  • Unternehmer mit Dividenden: Zypern (0 % Dividenden, EU-Basis) ist oft der Sweet Spot.
  • Hochvermögende mit großem Auslandseinkommen: Italiens oder Griechenlands Pauschalsteuer kann günstiger sein als jeder Prozentsatz.
  • Remittance-Nutzer: Malta/Irland, wenn du Auslandseinkünfte nicht ins Land überweist.

Ob am Ende Zypern, eine Pauschalsteuer oder ein ganz anderes Land für dich unterm Strich am meisten übrig lässt, entscheidet sich erst an deinen konkreten Zahlen – eine erste Einordnung dazu bekommst du im kostenlosen Strategiegespräch.

Was die Rechnung schnell kippt

Die Steuerquote ist selten der einzige Posten. Bevor du ein Land nach der Tabelle auswählst, gehören diese Faktoren in dieselbe Rechnung:

Faktor Warum er die Entscheidung dreht
Lebenshaltung Irland und Italien können den Steuervorteil über Miete und Kosten aufzehren
Anwesenheitspflicht 60 Tage (Zypern) vs. faktisch halbes Jahr in anderen Regimen
Beratungs- und Compliance-Kosten lokale Buchhaltung, Jahresabschluss, Bescheinigungen – laufend, nicht einmalig
Substanzanforderungen Büro, Personal, echte Tätigkeit vor Ort – siehe Realitätscheck
Politische Halbwertszeit UK zeigt: Regime können mit kurzer Vorlaufzeit fallen
Bankfähigkeit manche Kombinationen erschweren Kontoeröffnung und Zahlungsverkehr

Der letzte Punkt ist der, den UK 2025 allen vorgeführt hat: Ein Regime, das seit Jahrzehnten stand, war innerhalb einer Legislaturperiode weg. Ein Setup sollte deshalb auch dann noch tragfähig sein, wenn der Steuervorteil kleiner wird.

Der ehrliche Realitätscheck

Kein Non-Dom-Status wirkt ohne echte Steuerresidenz und Substanz – und der deutsche Wegzug muss zuerst sauber vollzogen sein. Wer den deutschen Wohnsitz behält, bleibt hier steuerpflichtig, egal welchen Status er im Ausland hat (siehe 183-Tage-Regelung). Und: Der Wegzug kann Wegzugsbesteuerung auslösen.

Zwei weitere deutsche Regeln greifen selbst nach einem sauberen Wegzug: Die erweiterte beschränkte Steuerpflicht (§ 2 AStG) kann bei Umzug in ein Niedrigsteuerland und fortbestehenden wirtschaftlichen Interessen in Deutschland bis zu zehn Jahre nachwirken. Und die Hinzurechnungsbesteuerung (§§ 7–14 AStG) rechnet passive Einkünfte niedrig besteuerter Auslandsgesellschaften dem deutschen Gesellschafter zu. Beides hat mit dem Non-Dom-Status im Zielland nichts zu tun – und wird trotzdem gegen ihn gerechnet.

FAQ

Was bedeutet Non-Dom? „Non-Domiciled": Du bist in einem Land steuerlich ansässig, hast dort aber nicht dein steuerliches Heimatland – dadurch werden Auslandseinkünfte oft begünstigt.

Gibt es den UK-Non-Dom noch? Nein. Großbritannien hat ihn 2025 abgeschafft und durch ein auf vier Jahre begrenztes Regime ersetzt.

Welches Land ist 2026 am attraktivsten? Für Unternehmer mit Dividenden meist Zypern (0 %, EU). Für sehr hohe Auslandseinkommen können Italien/Griechenland (Pauschalsteuer) günstiger sein.

Was ist der Unterschied zwischen Non-Dom und Remittance Basis? Non-Dom beschreibt deinen Status, Remittance Basis die Besteuerungsmethode: Auslandseinkünfte bleiben nur unversteuert, solange sie nicht ins Land überwiesen werden.

Ab welchem Einkommen lohnt eine Pauschalsteuer? Da die Pauschale unabhängig von der Höhe fällig wird, rechnet sie sich erst bei hohen Auslandseinkünften. Unterhalb dieser Schwelle ist ein Prozent-Modell günstiger.

Kann mir ein Non-Dom-Status wieder genommen werden? Der individuelle Status ist meist auf eine Laufzeit angelegt (Zypern: 17 Jahre). Das Regime selbst kann der Gesetzgeber aber ändern – UK ist dafür das aktuelle Beispiel.

Reicht der Non-Dom-Status allein? Nein. Ohne echte Steuerresidenz, Substanz und einen sauberen deutschen Wegzug wirkt er nicht.


Welches Non-Dom-Land wirklich zu dir passt, hängt von Einkommensart und Höhe ab. Im kostenlosen Strategiegespräch rechnen wir die Optionen für deinen Fall durch – kein Verkaufsgespräch, nur Klarheit, unverbindlich in 45 Minuten. → Strategiegespräch buchen.

Quellen: Astons – Non-Dom EU Tax Programs 2026 · § 2 AStG · §§ 7–14 AStG. Keine Steuer- oder Rechtsberatung; lokale Beratung erforderlich.

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