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Auswandern nach Singapur 2026: Der komplette Guide

Auswandern nach Singapur 2026: Visa, Steuern ab 0 %, Firmengründung in 1 Tag — aber Mieten ab 3.000 SGD. Der ehrliche Freiheitspilot-Guide.

Auswandern nach Singapur 2026: Visa, Steuern ab 0 %, Firmengründung in 1 Tag — aber Mieten ab 3.000 SGD. Der ehrliche Freiheitspilot-Guide.


Warum Singapur? Und warum nicht für jeden

Singapur ist ein Stadtstaat, der auf 730 Quadratkilometern mehr wirtschaftliche Dynamik entfaltet als viele europäische Länder zusammen. Niedrige Steuern, Englisch als Amtssprache, politische Stabilität, Weltklasse-Infrastruktur und ein Rechtssystem, das Eigentumsrechte ernst nimmt — auf dem Papier klingt das fast zu gut.

Und tatsächlich: Für Unternehmer, Fachkräfte und Investoren bietet Singapur ein Umfeld, das in Asien seinesgleichen sucht. Im internationalen Doing-Business-Vergleich landet der Stadtstaat regelmäßig auf den vorderen Plätzen.

Aber Singapur ist auch eines der teuersten Pflaster der Welt. Wer hier ohne solide Planung landet, verbrennt schnell mehr Geld als in Zürich. Und es ist ein Stadtstaat mit strengen Regeln, in dem persönliche Freiheiten anders definiert werden als in Europa.

Dieser Guide zeigt dir, was Singapur als Standort tatsächlich bietet, was es kostet — und wo du genau hinschauen solltest, bevor du den Schritt wagst. Basierend auf aktuellen Zahlen für 2025/2026, mit konkreten Visa-Anforderungen, realistischen Kostenrechnungen und einem ehrlichen Blick auf die Schattenseiten.

Du springst nicht blind — du landest sicher.


Visa und Aufenthaltsgenehmigungen: Dein Weg nach Singapur

Als deutscher, österreichischer oder Schweizer Staatsbürger darfst du bis zu 90 Tage visumfrei einreisen. Dein Reisepass muss mindestens sechs Monate gültig sein. Für einen dauerhaften Aufenthalt brauchst du eines der folgenden Visa.

Employment Pass (EP) — Für Angestellte und Führungskräfte

Der Employment Pass ist der gängigste Weg für qualifizierte Fachkräfte. Seit Januar 2025 gelten neue Anforderungen:

  • Mindestgehalt: 5.600 SGD/Monat (~3.800 EUR), im Finanzsektor 6.200 SGD
  • Altersabhängig: Mit steigendem Alter steigt das Mindestgehalt — ab 45 Jahren auf bis zu 10.700 SGD/Monat
  • COMPASS-System: Seit 2024 müssen EP-Kandidaten zusätzlich das punktebasierte COMPASS-Framework bestehen, das Qualifikation, Gehalt und Diversität des Arbeitgebers bewertet
  • Gültigkeit: Bis zu 2 Jahre (Erstantrag), Verlängerung bis zu 3 Jahre
  • Bearbeitungszeit: Circa 3 Wochen

Ab 2027 steigen die Mindestgehälter erneut: auf 6.000 SGD (allgemein) bzw. 6.600 SGD (Finanzsektor).

EntrePass — Für Gründer und Unternehmer

Der EntrePass richtet sich an ausländische Unternehmer, die in Singapur ein Unternehmen gründen wollen:

  • Kein Mindestgehalt, Bewertung basiert auf unternehmerischem Track Record und Innovation
  • Mindestens 30 % Firmenanteile erforderlich
  • Firma darf bei Antrag max. 6 Monate alt sein
  • Qualifizierungskriterien (mindestens eines erfüllen): VC-Finanzierung ab 100.000 SGD, anerkanntes geistiges Eigentum, Forschungskooperation mit A*STAR, Inkubator-Teilnahme oder nachweisbarer unternehmerischer Erfolg
  • Gültigkeit: 1 Jahr (Erstantrag), dann 1–2 Jahre bei Verlängerung
  • Wichtig: Bei der zweiten Verlängerung brauchst du mindestens 6 lokale Mitarbeiter und 400.000 SGD Jahresumsatz — Singapur will echte wirtschaftliche Substanz sehen

ONE Pass — Für Spitzenverdiener

Der Overseas Networks & Expertise Pass richtet sich an globale Top-Talente:

  • Mindestgehalt: 30.000 SGD/Monat (~20.400 EUR)
  • Gültigkeit: Bis zu 5 Jahre
  • Vorteil: Maximale Flexibilität — du kannst für mehrere Unternehmen tätig sein

Dependent Pass — Für Familienangehörige

Als EP- oder EntrePass-Inhaber kannst du Ehepartner und Kinder unter 21 Jahren über den Dependent Pass mitbringen. Eltern können über den Long Term Visit Pass eingeladen werden. Wichtig: Dependent-Pass-Inhaber dürfen in Singapur nicht automatisch arbeiten — dafür brauchen sie eine separate Genehmigung (Letter of Consent).

Global Investor Programme (GIP) — Für Investoren

Der GIP-Weg richtet sich an vermögende Investoren und erfordert eine Mindestinvestition von 10 Millionen SGD (~6,8 Mio. EUR) — etwa in ein neues Unternehmen, einen GIP-Fonds oder ein Single Family Office. Im Gegenzug erhältst du direkt den PR-Status. Dieser Weg ist nur für High-Net-Worth-Individuals relevant, bietet aber den schnellsten Zugang zur Daueraufenthaltsgenehmigung.

Permanent Residence (PR)

Singapur hat kein Punkte-System für die Daueraufenthaltsgenehmigung. Die Entscheidung liegt bei der Immigration & Checkpoints Authority (ICA) und basiert auf:

  • Dauer deines Aufenthalts (typischerweise 3–5 Jahre)
  • Wirtschaftlicher Beitrag und Qualifikation
  • Familiäre Bindungen an Singapur
  • Integration in die Gesellschaft

Gute Nachricht für 2026: Singapur erhöhte die jährliche PR-Quote auf etwa 40.000 Genehmigungen (zuvor ~35.000). Dennoch werden nur rund 30–35 % der Anträge bewilligt. Für männliche PR-Inhaber gilt die Wehrpflicht (National Service).


Steuersystem: Niedrig, transparent — und überraschend einfach

Singapurs Steuersystem ist einer der Hauptgründe, warum Unternehmer und Fachkräfte den Stadtstaat in Betracht ziehen. Hier die wichtigsten Fakten.

Einkommensteuer: 0–24 %

Die Einkommensteuer ist progressiv gestaffelt und beginnt erst ab 20.000 SGD Jahreseinkommen:

Jahreseinkommen (SGD) Steuersatz
0 – 20.000 0 %
20.001 – 30.000 2 %
30.001 – 40.000 3,5 %
40.001 – 80.000 7 %
80.001 – 120.000 11,5 %
120.001 – 160.000 15 %
160.001 – 200.000 18 %
200.001 – 240.000 19 %
240.001 – 280.000 19,5 %
280.001 – 320.000 20 %
über 320.000 22 %
über 1.000.000 24 % (ab YA 2024)

Praxisbeispiel: Bei einem Jahreseinkommen von 100.000 SGD (~68.000 EUR) zahlst du effektiv nur rund 5.650 SGD Steuern — ein effektiver Steuersatz von etwa 5,65 %. In Deutschland wärst du bei gleichem Einkommen bei über 30 %.

Für Nicht-Residenten gilt ein Flat-Rate von 15 % oder die progressiven Sätze — je nachdem, was höher ist.

Kapitalertragsteuer: 0 %

Singapur erhebt keine Kapitalertragsteuer. Kursgewinne aus Aktien, Immobilien oder anderen Investments sind steuerfrei — sofern du nicht als gewerblicher Händler eingestuft wirst.

Erbschafts- und Schenkungsteuer: 0 %

Seit 2008 abgeschafft. Für Vermögensplanung ein erheblicher Vorteil gegenüber Deutschland.

Auslandseinkünfte: Territoriales System

Singapur besteuert nach dem Territorialprinzip. Das bedeutet: Einkünfte, die außerhalb Singapurs erwirtschaftet und nicht nach Singapur überwiesen werden, bleiben grundsätzlich steuerfrei. Zinsen, Dividenden und andere ausländische Einkünfte — steuerfrei, solange sie nicht in den Stadtstaat fließen.

Mehrwertsteuer (GST): 9 %

Die Goods and Services Tax liegt seit Januar 2024 bei 9 % und ist damit wesentlich niedriger als die 19 % in Deutschland.

Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland

Singapur hat ein DBA mit Deutschland, das eine Doppelbesteuerung vermeidet. Das ist besonders relevant, wenn du noch Einkünfte oder Vermögen in Deutschland hast. Wichtig: Das DBA schützt dich nicht automatisch — du musst es aktiv in deiner Steuererklärung geltend machen.

Sozialversicherung: Kein europäisches Netz

In Singapur gibt es kein mit Deutschland vergleichbares Sozialversicherungssystem. Der Central Provident Fund (CPF) ist ein staatliches Zwangsspar-System für Bürger und Permanent Residents — Expats zahlen nicht ein und profitieren nicht davon. Das bedeutet: keine Rentenversicherung, keine Arbeitslosenversicherung, keine gesetzliche Krankenversicherung. Du bist für deine eigene Absicherung vollständig selbst verantwortlich.

Steuererklärung

Anders als in Deutschland gibt es kein Lohnsteuerabzugsverfahren. Du bist selbst verantwortlich für die jährliche Steuererklärung, die bis Mitte April (e-Filing: 18. April) über das myTax Portal eingereicht wird. Das System ist digital, übersichtlich und deutlich weniger komplex als das deutsche ELSTER-Pendant.


Firmengründung: PTE LTD in 1–3 Tagen

Singapur gehört weltweit zu den einfachsten Standorten für eine Firmengründung. Die gängige Rechtsform ist die Private Limited Company (Pte. Ltd.).

Voraussetzungen

  • Mindestens 1 Gesellschafter (max. 50), 100 % ausländisches Eigentum erlaubt
  • Mindestens 1 lokaler Direktor (Singapur-Resident) — kannst du über einen Nominee-Service abdecken
  • Mindestkapital: 1 SGD (ja, ein Dollar)
  • Firmenadresse: Muss eine physische Adresse in Singapur sein
  • Company Secretary: Muss innerhalb von 6 Monaten nach Gründung bestellt werden

Kosten

Posten Kosten
ACRA-Namensreservierung 15 SGD
ACRA-Registrierung 300 SGD
Gesamt Regierungsgebühren 315 SGD (~215 EUR)
Service-Provider (als Ausländer) 1.500–4.000 SGD
Mit Nominee Director 5.000–8.000 SGD/Jahr

Körperschaftsteuer: 17 %

Der Steuersatz liegt pauschal bei 17 % — niedrig im internationalen Vergleich. Dazu kommen großzügige Erleichterungen:

  • Start-up Tax Exemption (SUTE): Bis zu 125.000 SGD Gewinn sind in den ersten drei Jahren teilweise befreit — effektiver Steuersatz oft nur 2–4 %
  • Single-Tier-System: Dividenden werden nicht nochmals besteuert
  • YA 2025 Rebate: 50 % CIT-Rabatt, gedeckelt bei 40.000 SGD

Für große Konzerne (Umsatz über 750 Mio. EUR) gilt seit 2025 ein Minimum von 15 % im Rahmen der globalen BEPS-2.0-Regeln.

Laufende Compliance

Nach der Gründung musst du jährliche Steuererklärungen bei IRAS einreichen, Jahresabschlüsse erstellen und Annual Returns bei ACRA melden. Ein lokaler Buchhalter oder Steuerberater kostet 200–800 SGD/Monat und ist für Ausländer fast unverzichtbar — die Vorschriften ändern sich regelmäßig, und Verstöße werden konsequent geahndet.

Bankkontoeröffnung

Die Eröffnung eines Firmenkontos bei singapurischen Banken (DBS, OCBC, UOB) erfordert in vielen Fällen ein persönliches Gespräch vor Ort. Die Prüfung ist gründlich — rechne mit 2–4 Wochen Bearbeitungszeit. Digitalbanken wie Aspire oder Airwallex bieten schnellere Alternativen, haben aber oft eingeschränkte Funktionen.


Lebenshaltungskosten: Teuer, aber transparent

Singapur ist eine der teuersten Städte der Welt — das solltest du realistisch einplanen. Hier die konkreten Zahlen für 2026.

Miete — Der größte Posten

Wohnraum frisst 40–60 % deines Budgets. Die Mietpreise haben sich seit dem Hoch 2022/23 um etwa 12–15 % moderiert, bleiben aber hoch:

Wohnungstyp Zentrum (SGD/Monat) Außerhalb (SGD/Monat)
1-Zimmer-Apartment 2.300–6.000 (Median: 3.724) 1.800–3.500 (Median: 2.640)
3-Zimmer-Apartment 4.500–7.500 3.000–5.000

In Euro: Rechne für ein einfaches 1-Zimmer-Apartment mit mindestens 1.800–2.500 EUR/Monat.

Monatliche Gesamtkosten (Orientierung)

Lebenssituation Budget pro Monat (SGD) In EUR
Single, sparsam 3.000–5.000 2.000–3.400
Single, komfortabel 5.000–7.500 3.400–5.100
Familie (4 Personen) 12.000–18.000 8.200–12.200

Achtung bei Familien: Internationale Schulen kosten 17.000–42.000 SGD pro Kind und Jahr. Die German European School Singapore (GESS) liegt bei 28.000–45.000 SGD jährlich je nach Stufe und Curriculum.

Wo du sparen kannst

  • Essen: Hawker Centres bieten hervorragende Mahlzeiten für 3–5 SGD
  • Transport: ÖV ist erstklassig und günstig (MRT-Monatskarte ~120 SGD)
  • Kein Auto: Das COE (Zulassungszertifikat) allein kostet 2026 über 114.000 SGD — ein Kleinwagen kommt auf 150.000+ SGD über 10 Jahre
  • Haushaltshilfe: Live-in-Haushaltshilfe ab ~700 SGD/Monat (deutlich günstiger als in Europa)

Was viele unterschätzen

Die Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas, Internet) liegen für eine Wohnung bei 200–400 SGD/Monat — die Klimaanlage treibt die Stromkosten in die Höhe. Alkohol ist durch hohe Steuern extrem teuer: ein Bier in der Bar kostet 12–18 SGD (8–12 EUR). Wer regelmäßig ausgeht, merkt das deutlich im Budget. Auch Fitnessclub-Mitgliedschaften (200–400 SGD/Monat) und Taxis/Grab (günstig für den Alltag, aber aufsummiert beachtlich) solltest du einkalkulieren.


Gesundheitsversorgung: Erstklassig, aber privat

Singapurs Gesundheitssystem gehört zu den besten der Welt. Aber als Expat profitierst du nicht von staatlichen Subventionen.

Das Drei-Säulen-System (nur für Bürger und PRs)

  • MediSave: Pflichtsparkonto für Gesundheitskosten
  • MediShield Life: Basisversicherung für schwere Erkrankungen
  • MediFund: Sicherheitsnetz für Bürger

Was das für dich bedeutet

Als Expat mit Employment Pass bist du nicht in MediShield Life eingeschlossen. Eine private Krankenversicherung ist keine Option — sie ist Pflicht. Seit Juli 2025 müssen Arbeitgeber für S-Pass- und Work-Permit-Inhaber mindestens 60.000 SGD/Jahr Deckung für stationäre Behandlung nachweisen.

Für EP-Inhaber gibt es keine gesetzliche Versicherungspflicht — aber ohne Absicherung riskierst du bei einem Krankenhausaufenthalt fünfstellige Rechnungen.

Kosten für private Krankenversicherung: 2.500–12.000 EUR/Jahr für Einzelpersonen, abhängig vom Leistungsumfang. Der Durchschnitt laut Pacific Prime liegt bei rund 8.800 SGD (~6.000 EUR) pro Person und Jahr. Krankenhäuser wie Mount Elizabeth oder Raffles Hospital bieten Spitzenmedizin, aber zu Spitzenpreisen.

Praxis-Tipp: Schließe deine internationale Krankenversicherung vor der Einreise ab, um Deckungslücken zu vermeiden. Arbeitnehmer sollten den Arbeitgeber-Plan genau prüfen — viele decken nur stationäre Behandlung ab, nicht ambulante Arztbesuche oder Zahnmedizin.


Bildungssystem: Weltklasse mit Preisschild

Singapurs Bildungssystem zählt in internationalen Vergleichen regelmäßig zur Weltspitze (PISA-Spitzenreiter 2022). Für Expat-Kinder gibt es zwei Wege:

Öffentliche Schulen

Theoretisch möglich, aber Singapurer und PRs haben Vorrang. Die Unterrichtssprache ist Englisch plus eine "Muttersprache" (Mandarin, Malaiisch oder Tamil). Schulgebühren für Ausländer: 750–850 SGD/Monat.

Internationale Schulen

Die meisten Expat-Familien wählen internationale Schulen. Die German European School Singapore (GESS) bietet seit 1971 sowohl das deutsche Curriculum als auch das International Baccalaureate (IB) an — mit Schülerinnen und Schülern aus über 68 Nationen.

GESS-Gebühren 2025/26: 28.000–42.000 SGD/Jahr (plus Einschreibegebühr von ~3.950 SGD). Für 2026/27 steigen die Gebühren auf bis zu 52.000 SGD im IB-Diplomjahrgang.

Andere beliebte internationale Schulen sind die Canadian International School (CIS), die Australian International School (AISS) und die United World College of South East Asia (UWCSEA). Die Gebühren liegen ähnlich im Bereich von 28.000–45.000 SGD/Jahr.

Wichtig für Familien: Die Wartelisten an beliebten internationalen Schulen können lang sein. Beginne mit der Bewerbung mindestens 6–12 Monate vor dem geplanten Umzug. Manche Schulen verlangen neben Schulgebühren auch Debentures (Pflichtanleihen) von 5.000–50.000 SGD.


Klima, Sicherheit und Alltag

Klima

Tropisch-feucht, ganzjährig 25–33 °C, hohe Luftfeuchtigkeit (oft über 80 %). Klimaanlagen sind nicht Luxus, sondern Überlebensnotwendigkeit. Es gibt keine Jahreszeiten im europäischen Sinne — dafür regelmäßige Tropenschauer.

Sicherheit

Singapur gehört zu den sichersten Städten der Welt. Die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig. Dafür gelten strenge Gesetze:

  • Kaugummi kauen ist erlaubt, der Import nicht
  • Littering kostet beim Erstverstoß 300 SGD, Wiederholung bis zu 2.000 SGD plus Gemeinschaftsarbeit
  • Drogenbesitz kann die Todesstrafe nach sich ziehen
  • Kritik am Staat wird eng kontrolliert — Pressefreiheit ist eingeschränkt

Diese Strenge sorgt für Ordnung und Sicherheit, erfordert aber Anpassung für Europäer, die an breitere persönliche Freiheiten gewöhnt sind.

Deutsche Community

Die deutschsprachige Gemeinschaft in Singapur ist lebendig und gut organisiert:

  • German Association (Deutsches Haus): Ältester Anlaufpunkt für deutschsprachige Expats mit Kulturprogramm, Stammtischen und Netzwerk-Events
  • Singaporean-German Chamber of Industry and Commerce (SGC/AHK): Über 600 Mitglieder, aktives Wirtschaftsnetzwerk
  • Deutsche Botschaft: Konsularische Dienste und kulturelle Veranstaltungen
  • Impulse-Magazin: Quartalsweise erscheinendes Magazin für die deutschsprachige Community (Auflage 3.000)

2025 feierten Deutschland und Singapur 60 Jahre diplomatische Beziehungen — ein Zeichen der tiefen Verbindung.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

  • Eines der niedrigsten Steuerniveaus weltweit für Privatpersonen und Unternehmen
  • Politisch und wirtschaftlich extrem stabil
  • Englisch als Amtssprache — keine Sprachbarriere
  • Weltklasse-Infrastruktur, Gesundheitssystem und Bildung
  • Sicherheit auf höchstem Niveau
  • Strategische Lage als Drehscheibe für ganz Asien
  • Effiziente Bürokratie — kein Vergleich mit europäischer Behördenträgheit
  • Hervorragendes internationales Netzwerk (ASEAN-Zugang, 650+ Mio. Konsumenten)

Nachteile:

  • Extrem hohe Lebenshaltungskosten, besonders Miete und Bildung
  • Kein Rentner-Visum, keine einfache Daueraufenthaltsoption ohne Arbeit/Investment
  • Ganzjährig tropisches Klima ohne Jahreszeiten
  • Eingeschränkte persönliche Freiheiten (Pressefreiheit, Versammlungsrecht)
  • Sehr kleines Staatsgebiet — wenig Natur, wenig Platz
  • Hoher Leistungsdruck in Gesellschaft und Bildungssystem
  • Für männliche PR-Inhaber gilt die Wehrpflicht (National Service)

Ehrlicher Realitätscheck

Singapur ist kein Wunderland. Hier die Punkte, die in vielen Guides fehlen:

Kein Rentner-Visum. Wer nicht arbeitet oder investiert, hat praktisch keine Möglichkeit für einen Daueraufenthalt. Singapur will produktive Zuwanderer — das ist politisch gewollt und wird sich nicht ändern.

Wohnungsmarkt unter Druck. Selbst nach der Korrektur 2024/25 zahlst du für eine 2-Zimmer-Wohnung im Zentrum mehr als in München. Und HDB-Wohnungen (das günstige Segment) sind Bürgern und PRs vorbehalten.

Hitze ist kein Detail. 33 Grad mit 80 % Luftfeuchtigkeit, 365 Tage im Jahr. Wer Jahreszeiten braucht, wird sich nach sechs Monaten fragen, warum alles gleich aussieht.

Strenge Gesetze, enge Grenzen. Die Sicherheit hat ihren Preis: eingeschränkte Versammlungsfreiheit, kontrollierte Medien, gesellschaftliche Konformität wird erwartet. Das muss kein Dealbreaker sein — aber du solltest es wissen.

Klein. 730 Quadratkilometer. Du kannst die Insel in einer Stunde durchfahren. Für manche ist das Effizienz, für andere Klaustrophobie.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2025 wanderten 473 Deutsche nach Singapur aus — und 479 kamen zurück. Das heißt nicht, dass es nicht funktioniert. Es heißt, dass es nicht für jeden funktioniert.


Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich als Freelancer nach Singapur auswandern?

Ja, über den EntrePass — aber du brauchst ein registriertes Unternehmen (Pte. Ltd.) in Singapur und musst mindestens ein Qualifizierungskriterium erfüllen. Reines Freelancing ohne Firmenstruktur ist nicht vorgesehen.

Brauche ich einen Steuerberater in Singapur?

Dringend empfohlen, besonders im Übergangsjahr. Das DBA zwischen Deutschland und Singapur ist komplex, und Fehler bei der Wegzugsbesteuerung können teuer werden. Für eine Übersicht, welche Berater du brauchst, lies unseren Guide zum Auswander-Berater-Netzwerk.

Wie hoch ist die Wegzugsbesteuerung bei Umzug nach Singapur?

Die deutsche Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG) greift bei Beteiligungen ab 1 % an Kapitalgesellschaften. Seit dem Jahressteuergesetz 2024 wurden die Regeln verschärft — auch Investmentfonds-Erträge können betroffen sein. Eine strategische Planung mit einem auf internationales Steuerrecht spezialisierten Berater ist unverzichtbar.

Wie lange dauert eine Firmengründung?

Die reine Registrierung bei ACRA dauert 1–3 Tage. Mit Kontoeröffnung, Visa-Antrag und steuerlicher Registrierung solltest du insgesamt 4–8 Wochen einplanen.

Ist Singapur familientauglich?

Absolut — wenn das Budget stimmt. Erstklassige Schulen, maximale Sicherheit, exzellentes Gesundheitssystem. Aber plane realistisch 12.000–18.000 SGD/Monat für eine vierköpfige Familie ein.


Dein nächster Schritt

Singapur ist ein Premiumstandort — und verlangt eine Premiumplanung. Wenn du als Unternehmer, Fachkraft oder Investor ernsthaft über den Stadtstaat nachdenkst, dann fang nicht mit dem Visum an. Fang mit der Frage an: Passt Singapur zu meinem Lebensmodell — oder nur zu meinem Steuerbescheid?

Bei Freiheitspilot helfen wir dir, diese Frage ehrlich zu beantworten. Wir schauen nicht nur auf Steuersätze, sondern auf alle fünf Dimensionen deiner Auswanderung: rechtlich, steuerlich, finanziell, persönlich und logistisch.

Bereit für den nächsten Schritt? Vereinbare ein unverbindliches Erstgespräch und finde heraus, ob Singapur dein Kurs ist — oder ob ein anderer Standort besser zu dir passt.

Für einen Vergleich mit anderen Standorten empfehlen wir unseren Steuervergleich für Auswanderer oder den Guide: Beste Länder zum Auswandern 2026.


Quellen:

  • Ministry of Manpower Singapore — Employment Pass Eligibility (mom.gov.sg, 2025)
  • PwC Tax Summaries — Singapore Corporate & Individual Tax (taxsummaries.pwc.com, 2025)
  • Immigration & Checkpoints Authority — Permanent Residence Schemes (ica.gov.sg, 2026)
  • Numbeo — Cost of Living in Singapore (numbeo.com, 2026)
  • ACRA — Company Registration Requirements (acra.gov.sg, 2026)
  • German European School Singapore — Tuition & Fees (gess.edu.sg, 2025/26)

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